Weniger Fehlalarme: die richtigen Einstellungen
Die meisten Überwachungsanlagen scheitern nicht an der Technik, sondern an zu vielen Meldungen. Nach der dritten Nacht mit zwanzig Push-Nachrichten schaltet man die Benachrichtigungen ab – und damit den eigentlichen Nutzen.
Sechs Einstellungen, die helfen
1. Empfindlichkeit senken. Die Werkseinstellung ist fast immer zu hoch. Beginnen Sie bei mittlerer Stufe und justieren Sie nach einer Woche nach.
2. Privatzonen setzen. Straße, Gehweg und Nachbargrundstück gehören ohnehin nicht ins Bild. Sie zu maskieren reduziert Fehlalarme drastisch und ist gleichzeitig rechtlich geboten.
3. Objekterkennung aktivieren. Wenn die Kamera zwischen Person, Tier und Fahrzeug unterscheiden kann, stellen Sie sie auf Personen. Katzen und Igel melden dann nicht mehr.
4. Mindestgröße festlegen. Manche Apps erlauben, eine Mindestobjektgröße zu definieren. Damit fallen kleine Tiere und Insekten vor der Linse weg.
5. Zeitpläne nutzen. Tagsüber, wenn ohnehin jemand zu Hause ist, braucht es keine Meldung. Viele Systeme schalten automatisch, sobald alle Smartphones das Haus verlassen haben.
6. Vegetation entfernen. Ein Ast im Erfassungsbereich löst bei Bildanalyse dauerhaft aus. Zurückschneiden ist wirksamer als jede Softwareeinstellung.
Der Sonderfall Regen und Schnee
Wassertropfen direkt vor der Linse reflektieren das Infrarotlicht und werden als Bewegung erkannt. Ein Dachüberstand oder eine Wetterblende über der Kamera hilft mehr als jede Filtereinstellung. Bei Schneefall ist eine Kamera mit Weißlicht klar im Vorteil, siehe Nachtsicht.
Die richtige Erwartung
Null Fehlalarme sind nicht das Ziel – eine Kamera, die nie auslöst, ist genauso nutzlos wie eine, die ständig meldet. Anzustreben sind wenige Meldungen pro Woche, die Sie tatsächlich anschauen. Mehr zur Technik dahinter unter Kamera mit Bewegungsmelder.
Ein realistischer Zielwert
Bevor Sie anfangen zu schrauben, legen Sie fest, wie viele Meldungen Sie akzeptieren wollen. Als Orientierung: An einem Hauseingang sind drei bis zehn Meldungen pro Woche ein guter Wert – Postbote, Besuch, Sie selbst.
Wer auf null optimiert, dreht die Empfindlichkeit irgendwann so weit herunter, dass die Kamera auch echte Ereignisse verpasst. Das ist der schlechtere Fehler.
Die Reihenfolge beim Einstellen
- Erst maskieren, dann dämpfen. Privatzonen über Straße und Nachbargrundstück lösen den größten Teil des Problems und sind ohnehin rechtlich geboten.
- Dann Objekttyp filtern. Personenerkennung an, Tiere aus.
- Erst danach die Empfindlichkeit senken. Sonst reduzieren Sie die Erkennung insgesamt, statt gezielt zu filtern.
- Zum Schluss Zeitpläne. Tagsüber, wenn jemand zu Hause ist, braucht es meist gar keine Meldung.
Eine Woche beobachten
Ändern Sie nicht alles auf einmal. Stellen Sie eine Sache um, warten Sie fünf bis sieben Tage und schauen Sie sich das Ereignisprotokoll an. Die meisten Apps zeigen, wodurch eine Aufnahme ausgelöst wurde – daraus ergibt sich die nächste Maßnahme von selbst.
Der Sonderfall Insekten
Spinnen bauen ihre Netze gern direkt vor Kameralinsen, weil sich dort Insekten am Infrarotlicht sammeln. Das erzeugt nachts eine Flut von Auslösungen, für die keine Softwareeinstellung hilft.
Zwei Gegenmittel: die Linse alle paar Wochen abwischen, und wenn möglich das Infrarotlicht räumlich von der Linse trennen – manche Kameras und die meisten Kameraleuchten machen genau das.
Wenn nichts hilft
Dann sitzt die Kamera falsch. Eine Position, die eine vielbefahrene Straße, eine Laterne oder einen bewegten Baum im Bild hat, lässt sich nicht wegkonfigurieren. Siehe Montage und Standort.
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